Welche Bedingungen müssen für die Kostenübernahme einer Psychotherapie erfüllt sein?

 

Generell werden die Kosten einer Psychotherapie von den Krankenkassen übernommen, egal ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt. Dafür gelten jedoch eine Reihe von Grundvoraussetzungen.

Medizinische Begründung

Dazu muss jedoch eine medizinische Begründung vorliegen. Beispiele hierfür sind seelisch und/ oder körperlich bedingte Erkrankungen wie Depressionen, Angstneurosen, Panikattacken, Zwangserkrankungen oder psychosomatische Erkrankungen – dazu zählen auch schwere chronische Erkrankungen und Folgen von psychotischen Erkrankungen oder Sucht (wie unter dem FAQ-Punkt „Wann ist eine Psychotherapie angebracht oder nötigt?“ ausführlich beschrieben). Die Behandlerin muss hier eine entsprechende Diagnose vergeben.

Therapiemethoden

Es werden nur die Therapiemethoden von den Krankenkassen bezahlt, die zu den so genannten Richtlinienverfahren gezählt werden. Sie haben sich als wissenschaftlich wirksam erwiesen und sind zugelassen. Gemeint sind damit die psychoanalytische Psychotherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die Verhaltenstherapie und die Methode neuropsychologische Therapie bei organisch bedingten psychischen Erkrankungen. Ergänzend werden auch übende-suggestive Techniken wie z.B. autogenes Training, Hypnose usw. eingesetzt.

Welche Form von Psychotherapie das geeignetste Verfahren darstellt, ist von den persönlichen Bedürfnissen abhängig. Bei Unsicherheit über die Wahl der Methode wird dies in dem Behandler in den ausführlichen, diagnostischen Erstgesprächen, die auch Ihrer Beratung dienen geklärt.

Approbation der Behandlerin

Psychotherapeuten müssen bestimmte Merkmale erfüllen, damit ihre Leistungen von den Krankenkassen übernommen werden. Sie müssen approbiert sein, also eine staatliche Behandlungserlaubnis besitzen und ein psychotherapeutisches Verfahren anwenden, das sich wissenschaftlich als wirksam erwiesen hat und zugelassen ist (Richtlinienverfahren).

Antrag auf Psychotherapie

Eine Psychotherapie ist eine antragspflichtige Leistung. Anders als bei der Behandlung durch den Hausarzt oder Facharzt muss nach einigen Probesitzungen (probatorischen Sitzungen) ein Antrag zur Bewilligung der Therapie gestellt werden. Die entsprechenden Informationen sind beim Psychotherapeuten zu erhalten sowie die benötigten Formulare. In der Regel übernehmen die Psychotherapeuten die meisten dieser verwaltungstechnischen Angelegenheiten. Formulare müssen nur noch durchgelesen und unterschrieben werden. Wichtig ist jedoch, dass eine Krankenversicherungskarte vorgelegt wird.

Bei Patienten die über die Beihilfe oder privat versichert sind, muss der Behandler einen ausführlichen Antrag zu Händen eines unabhängigen Gutachters an die Krankenversicherung bzw. Beihilfe stellen. Dieser geschieht anonymisiert, d.h. ohne jegliche konkrete Angaben zum Patienten. In diesem Bericht werden die Diagnose und der Therapieplan vorgestellt. Nach Befürwortung des Antrags durch den Gutachter erteilt die Krankenkasse die Genehmigung für die Therapie und übernimmt die anfallenden Kosten.

Gesetzlich versicherte Patienten erhalten neuerdings die Kurzzeittherapie 1 und 2 (KZT1 und KZT2) im Umfang von 2 x 12 Sitzungen ohne gutachterliche Entscheidung. Die KZT1 und KZT2 sind somit nur noch anzeigepflichtig, die Genehmigung erfolgt sozusagen automatisch. Die Verlängerung zur Langzeittherapie (LZT) über den Umfang der KZT1 und KZT2 hinaus bleibt jedoch weiterhin gutachterpflichtig.

Ablehnung des Antrages

Die Krankenkassen können einen Antrag (auf LZT) ablehnen. Gegen diese Ablehnung kann Widerspruch einlegt werden, was erfahrungsgemäß dann oft doch noch zu einer Zusage führt. Wird jedoch auch der Widerspruch abgelehnt, kann Klage beim Sozialgericht einreicht werden, die für den Patienten kostenfrei ist.

Verlängerung der Psychotherapie

Eine Psychotherapie kann nach Ablauf des ersten bewilligten Stundenkontingentes verlängert werden. Dies ist ein ganz normaler Vorgang, für den allerdings wieder ein Antrag notwendig ist.
 

© Szuwart Psychotherapie    


Was ist bei den gesetzlichen Krankenkassen zu beachten?

Was ist bei den privaten Krankenversicherungen zu beachten?

Was zahlten die Beihilfestelle für Beamte?

Was müssen Selbstzahler beachten?

Welche Möglichkeiten haben Menschen ohne Krankenversicherung?

Wer trägt die Kosten für Beratungen, Coaching, Training oder Supervision?

Gibt es Zuschüsse für Gesundheitsangebote wie Entspannungsübungen, Yoga o.ä.?

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Es werden nur Cookies verwendet die zum Betrieb dieser Seite benötigt werden. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutz Ja, ich bin einverstanden Nein, ich akzeptiere keine Cookies